Eine Exkursion auf dem Gebiet der Hypnose

Die Historie der Hypnose reicht mit dem Tempelschlaf zurück bis in das antike Griechenland. Wahrscheinlich reicht sie aber noch viel weiter in die Vergangenheit zurück, da der Trancezustand allgegenwärtig in Zeremonien und Tagträumen seinen Platz findet. Der Tempelschlaf wurde in alten Gewölben zu heilerischen und seherischen Zwecken durchgeführt. Die Priester induzierten durch Hörner ihre Suggestionen, die für die Stimmen der Götter gehalten wurden.
Es gibt verschiedene Techniken, um den hypnotischen Zustand der Trance einzuleiten. Die Hypnose ist ein Schlaf ähnlicher Zustand, die Aufmerksamkeit wird von außen nach innen gerichtet. Je
nach Tiefe der Trance kann der eigene Geist, das Geschehen beobachten und auf Wunsch eingreifen. Das Bewusstsein wird an einen „Sicheren Ort“ geführt, oder mit hypnotischer Sprache beschäftigt, abgelenkt, sodass Raum für das Unterbewusstsein zur Verfügung steht.
Während der Hypnose wird der Kontakt zum Unterbewusstsein hergestellt. Durch wiederholende Hypnosesitzungen wird dieser Kontakt gefestigt, um eine Vertrauensbasis aufzubauen. Ziel ist es in einem geschützten Raum, schmerzhafte und abgespaltene Erlebnisse und Erfahrungen, durch Weiterverarbeitung zu integrieren. Dadurch erhält die Persönlichkeit die Gelegenheit sich weiterzuentwickeln. Die Hypnose kann auf einen vorhandenen Zustand, eine Situation oder in Bezug auf die erlebten Traumata, die den Klienten/In betreffen, stärkend und stabilisierend einwirken. Dadurch wird der Behandlungsprozess und die Weiterverarbeitung begünstigt. Dafür eignet sich der „Sichere Ort“, insbesondere um geschützte Rahmenbedingungen zu schaffen. Indem die Behandlung eingeleitet, langsam die Weiterverarbeitung vorangetrieben wird, kann der Klient, die Klientin seinen/ihren traumatischen Erlebnissen begegnen.
Die Behandlung der erlebten und erfahrenen Traumata ist von der Intensität der Verletzungen, sowie deren Einfluss auf die Persönlichkeit abhängig. Dieses bedarf einer differenzierten und angemessenen Herangehensweise, damit der Klient/ die Klientin gestärkt aus dem Prozess heraustreten kann. Der Kontakt zum eigenen Unterbewusstsein stärkt die eigene Persönlichkeit und damit die Verbindung zur eigenen Seele.
Obwohl die Trennung zwischen der Seele, dem Unterbewusstsein und der Persönlichkeit nicht im engeren Sinne vorliegt, kann die individuelle, empfundene Wahrnehmung durchaus getrennt empfunden werden. Die Wahrnehmung von getrennt sein oder abgeschnitten sein, führt auf die eigene momentane Befindlichkeit zurück. Was als Dissoziation (getrennt sein) bezeichnet wird, ist ein Schutzmechanismus in unserem eigenen System. Dieses ermöglicht uns ein Überleben von traumatischen Ereignissen und somit ein Weiterleben im Alltag. Wenn der Klient/ die Klientin an innerer Stärke und Stabilität dazugewonnen hat, die Bereitschaft in sich verspürt, sich dem eigenen Verarbeitungsprozess zu stellen, kann die Verbindung zu den abgetrennten Erfahrungserlebnissen wieder aufgenommen werden. Das eigene System ist somit bereit sich dem Selbst und seiner Vergangenheit zu begegnen. Daher gibt der Klient/die Klientin die Dynamik vor, wann es
der richtige Zeitpunkt für die Begegnung mit sich selbst ist.

 

Die Hypnose ist ein organischer und natürlicher Prozess.

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